Schülerschiedsrichter

Schülerschiedsrichter erlernen das Pfeifen


Ein lauter Pfiff ertönt in der Sporthalle am Rabet. Die Blicke richten sich auf den Schiedsrichter, der mit seiner Hand zum Eckstoß weist. Sofort regt sich Protest der Abwehrspieler. Die Rufe seiner Mitschüler lässt der 16 jährige Rinas allerdings ruhig an sich abprallen, denn er hat gelernt: Auf sichereres Auftreten kommt es an.

Für den Sportkurs der neunten Klasse der 16. Leipziger Oberschule steht an diesem Vormittag etwas Außergewöhnliches auf dem Stundenplan: Das Erlernen des Schiedsrichteramtes im Fußball. Viele der Jugendlichen im Kurs spielen selbst Fußball, aber noch keiner von ihnen ist bislang in Berührung mit Pfeife, gelber und roter Karte gekommen. Sportlehrerin Frau Heß stellte aus verschiedenen Gründen das Projekt auf die Beine: „Kurz vor dem Ende des Schuljahres veranstalten wir in einer Sport-Spiel-Woche ein Fußballturnier für die Jahrgangsstufen 7-9. Da nicht genügend Lehrerkollegen für die Leitung aller Partien zur Verfügung stehen, bilden wir nun die Schüler dazu aus, selbst die Aufgaben des Schiedsrichters zu übernehmen.“ Darüber hinaus ist es ihr ein Anliegen, den Schülern eine neue Perspektive auf den Sport zu eröffnen. Zudem stärke die neu erlernte Rolle das Selbstbewusstsein der Schüler. Mit Tipps aus der Praxis stehen ihnen dabei die beiden Leipziger Schiedsrichter Christine Weigelt und Kai Flechtner zur Seite. Benotet werden eine theoretische Abfrage der verschiedenen Handzeichen sowie der Einsatz in einer praktischen Spielphase, in der das Augenmerk vor allem auf dem souveränen Auftreten der Schülerschiedsrichter liegt.
„Mir macht es Spaß, Entscheidungen zu treffen“, erklärt Rinas nach seiner Praxisüberprüfung. „Natürlich finde ich es besonders gut, diese Entscheidungen dann auch bei meinen Mitschülern durchzusetzen“, fügt er grinsend hinzu.

Kai Flechtner
(Leipzig, 09.05.2017)

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